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Umfeld

Erdöl

Im Jahre 1806 machte die Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg folgendes publik: „Das Erdöl ist eine nutzlose Absonderung der Erde – eine klebrige Flüssigkeit, die stinkt und in keiner Weise verwendet werden kann“ (vgl. Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg 1806: o. S., zit. n. Schefter 2019: online).

Seit dieser Fehleinschätzung hat sich einiges verändert, und Erdöl hat sich zu einem der bedeutendsten Energieträger durchgesetzt. Historisch gesehen sei das Erdölzeitalter ein kurzer Abschnitt in der Menschheitsgeschichte von vermutlich weniger als 300 Jahren.

Es sei ein Meilenstein in der Menschheitsgeschichte schreibt Kriener zum Thema vom globalen Ölverbrauch. Mit 100.1 Millionen Barrel pro Tag sei seit Anfang dem Jahr 2019 ein neuer historischer Rekord beim Ölverbrauch erreicht worden. Dies entspreche einem Güterzug mit aneinander gekoppelten Ölwaggons, welcher von Süditalien bis an das Nordkap reiche. Die magisch anmutende Zahl bestätigte die Internationale Energie Agentur (IEA) in ihrem letzten „Oil market report“ vom 18. Januar. Diese Marke sei gleichermassen eindrucksvoll wie auch beängstigend. Dabei frage man sich, wie diese gewaltige Nachfrage auf die Dauer befriedigt werden solle. In ungewohnter Schärfe thematisierte die IEA die künftige Versorgungslücke. Die IEA gehe von einem weiteren Anstieg des Ölverbrauchs aus. Aber gleichzeitig werde ein dramatischer Einbruch bei der Versorgung befürchtet, wenn nicht massiv in die Ausbeutung von neuen Feldern investiert werde. Bei dem gegenwärtigen niedrigen Investitionsniveau werde sich eine Versorgungslücke von 35 Millionen Barrel pro Tag öffnen. Der Energie-Wissenschaftler Jörg Schindler folgerte zur IEA Kommunikation, dass „Peak Oil“ vor der Türe stehe, und wir künftig mit sehr viel weniger Öl auskommen werden müssten, worauf wir nicht vorbereitet seien (vgl. Kriener 2019: 3).

Nikola Tesla gilt u.a. als Erfinder des Zweiphasen-Wechselstroms. Zur Nutzung von fossiler Energie meint er: „Wenn wir Öl für unsere Energiegewinnung nutzen, dann leben wir von unserem Kapital. Diese Methode ist barbarisch“ (vgl. Tesla o.J.: o. S., zit. n. Hartl 2010: 1). Diese Aussage trifft unser Verhalten auch viele Jahre später noch auf den Punkt. Eine Tatsache ist, dass Erdöl ein endlicher Rohstoff ist und nicht unbegrenzt zur Verfügung steht. Neben der Verknappungsgefahr des Rohstoffs kommt auch die Gefahr des Treibhauseffektes durch die immense Verbrennung von fossilen Energieträgern dazu.

Treibhausgas CO2

Nicht nur die Verknappung des Erdöls, sondern auch die Klimaveränderung macht die gegenwärtige Nutzung von Erdöl zunehmend zum Problem. Nach Heid u.a. verpflichteten sich 195 Nationen an der UNO-Klimakonferenz 2015 von Paris (COP21) zu dramatischen Änderungen im Energiesystem, um die globale Erwärmung auf plus zwei Grad Celsius gegenüber dem „vor-industriellen“ Zeitalter zu halten. Dazu sollen diese Nationen die CO2-Emissionen bis ins Jahr 2050 um 60 Prozent reduzieren (vgl. Heid u.a. 2017: online).

Die Schweiz hat das Pariser Klimaübereinkommen am 06. Oktober 2017 angenommen.
Dabei hat sich die Schweiz verpflichtet, die Treibhausgas-Emissionen bis in das Jahr 2030 um 50 Prozent gegenüber dem Stand vom Jahr 1990 zu reduzieren (vgl. Bundesamt für Umwelt 2018: online).
Gemäss Expertenmeinungen gehen die Massnahmen jedoch noch zu wenig weit. Die Tendenz der Handlungsmassnahmen spiegelt sich auch in der Stimmung in der Gesellschaft wider.

Gemäss Güther bedeutet die energetische Nutzung der fossilen Energieträger deren Oxidation, wobei das klimarelevante Gas Kohlendioxid (CO2) entstehe. Dieses Gas trage in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Dabei kann die längerwellige Strahlung, emittiert von der Erde, die Atmosphäre nicht vollständig durchdringen, und durch Absorption von Wärmestrahlung einiger Klimagase in der Atmosphäre gehalten werde. Je mehr dieser Gase im Erdsystem zurückgehalten seien, desto stärker werde die Wärmestrahlung im Erdsystem gehalten und die Temperatur werde erhöht.
In vielen Gegenden der Erde machen sich diese Klimaveränderungen bereits spürbar bemerk-bar. Einige Beispiele seien das Abschmelzen der Gletscher, die zunehmende Trockenheit oder der zunehmende Starkregen.
Weiter erwähnt Günther, dass bei der Einhaltung der Erwärmungsgrenze von zwei Kelvin in Bezug auf das vorindustrielle Zeitalter die Lebensbedingungen noch in einem beherrschbaren Rahmen aufrechterhalten könnten. Die Ökosysteme und die Gesellschaft seien mit einer Erhöhung über diese Grenze überfordert, und die Folgen von diesem Umweltrisiko seien möglicher-weise erhebliche soziale, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Auswirkungen.
Das immer noch anhaltende Wachstum des CO2-Ausstosses müsse möglichst schnell abgebremst werden. Nötig wäre eine möglichst schnelle grundlegende Umgestaltung der Wirtschaft und ein rascher Umbau des Energiesystems (vgl. Günther 2015: 25-27).

Umbau Energiesystem

Wir leben in einer technisch hoch entwickelten Welt. Das Erdölzeitalter ermöglicht dabei den grössten technischen Fortschritt in der Geschichte der Menschheit. Erdöl wird seit über 100 Jahren exzessiv ausgebeutet, und der Verbrauch hat gewaltige Dimensionen angenommen. Folglich wird die Natur durch den CO2-Ausstoss vom Klimawandel bedroht. Die aktuelle Mobilität und die Kraftstoff-Versorgung sind einem fundamentalen Wandel ausgesetzt. Von dieser Veränderung sind viele Industriezweige betroffen.

An der UNO-Klimakonferenz 2015 von Paris (COP21) verpflichteten sich 195 Nationen zu dramatischen Änderungen im Energiesystem, um die globale Erwärmung auf plus 2°C gegenüber dem «vorindustriellen» Zeitalter zu halten. Dazu sollen diese Nationen die CO2-Emissionen bis ins Jahr 2050 um 60 Prozent reduzieren (vgl. Heid u.a. 2017: online).

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